Definition:
Ein Datenbanksystem (DBS) ist ein System zur elektronischen Datenverwaltung. Die wesentliche Aufgabe eines DBS ist es, große Datenmengen effizient, inhaltlich korrekt und dauerhaft zu speichern. Außerdem soll es vom Benutzer oder von Anwendungsprogrammen gesuchte Daten bedarfsgerecht bereitstellen.Komponenten
Ein DBS besteht aus zwei Teilen: dem Datenbankmanagementsystem(DBMS), das die Daten verwaltet und den zu verwaltenden Daten, der eigentlichen Datenbank (DB). Das DBMS organisiert die Speicherung der Daten und kontrolliert alle lesenden und schreibenden Zugriffe auf die Datenbank. Zur Abfrage und Verwaltung der Daten bietet ein Datenbanksystem eine Datenbanksprache an. Mehr über dieses Thema steht im Kapitel Komponenten eines DBS
Arten
Es gibt verschiedene Arten von Datenbanksystemen. Die Speicherung und Verwaltund der Daten wird durch das Datenbankmodell festgelegt. Die heute am meisten genutzte Form ist das relationale Datenbanksystem. Bis in die 80er Jahre war das hierarchische Datenbanksystem die meistgenutzte Art. Siehe auch Arten von Datenbanksystemen
Geschichte und Bedeutung
Wegen den Problemen bei der Datenverarbeitung von Daten in einfachen Dateien, wurde in den 1960ern das neue Konzept, Daten durch eine zusätzliche Software zwischen Betriebssytem und Anwendungssoftware zu verwalten. Dieses Konzept begegnete der Fehlentwicklung, Dateien in der Regel für eine spezielle Anwendung zu konzipieren, bei der viel Zeit durch kopieren und umstrukturieren der Daten benötigt wurde.
Eines der ersten großen Datenbankmanagmentsysteme war IMS mit der Sprache DL/I, was Data Language One bedeutet. Dies war noch ein hierarchisches Datenbanksystem. Gleichzeitig wurde von CODASYL ein Netzwerk-DBS definiert. Einen wesentlichen Fortschritt erzielte in den 1960er und 1970er Jahren der Mathematiker Edgar F. Codd. Er entwickelt die theoretischen Grundklagen des ersten relationalen DBS Sytem R. Die Firma Oracle verwertete die Ergebnisse des System R und führte die Datenbanksprache SQL zum kommerziellen Erfolg. IBM entwickelte nun auch seine eigenen Sprachen. Während den 1980ern wurden die hierarchischen und netzwerkartigen Datenbanksysteme großteils von den relationalen Datenbanksystemen verdrängt. Zusätzlich stellten Behörden, Konzerne, Institute und mittelständischen Unternehmen ihre IT auf Datenbanksysteme um. In den 90ern wurde der Markt von einigen wenigen Unternehmen wie Microsoft oder IBM beherscht, doch seit Anfang der 2000er erlangen auch immer mehr Open-Source Datenbankmanagementsysteme Bedeutung.
Heutzutage sind Datenbanksysteme ein wichter Bestandteil der Unternehmenssoftware. Damit stellen sie einen kritischen Teil vieler Unternehmen und Behörden dar. Die Datenverfügbarkeit und ihre Richtigkeit beeinflusst die Handlungsfähigkeit eines Unternehmens. Weil DBS so wichtig sind, ist die Datensicherheit ein gesetzlich vorgeschriebener Teil der IT eines Unternehmens.
Vorteile eines DBS
- Mehrfachnutzung, ein DBS kann von mehreren Benutzer gleichzeitig benutzt werden
- Strukturierte und beschriebene Daten
- Trennung von Daten und Anwendungen
- Datenintegrität (Qualität und Zuverlässigkeit von Daten)
- Transaktionen (Überführung von einem wiederspruchfreiem zu einem anderem wiederspruchsfreien Zustand mittels einiger Aktionen)
- Datenpesistenz (Daten dürfen nicht einfach gelöscht werden)
- für jeden Benutzer gibt es eine eigene Ansicht der Daten
Nachteile
- Komplexität: Ein DBS ist komplex, benötigt Anforderungen beim Betrieb und Bereitstellung des Datenbankverwaltungssystems, besonders bei mehreren Benutzern
- ist für einfache Anwendunfgen ungeeignet
- man benötigt qualifiziertes Personal zum Betrieb
- zusätzliche Kosten für Hardware und Verwendung des Systems selber sowie für die komplexere Bedienung
- ein DBS ist als Mehrzweck-Software oft nicht so gut wie speziallisierte Software